Ein Frühstückstisch mit Marmelade, Gebäck, Brot und Brötchen sowie geschnittenem Obst.

Foto von Iason Raissis auf Unsplash

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, sagen viele. In Deutschland schwören viele auf ein vitaminreiches und ausgewogenes Frühstück, um den Körper mit ausreichend Energie für einen guten Start in den Tag zu versorgen.

Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Das Frühstück als Morgenritual hatte schon immer eine besondere Bedeutung in ganz unterschiedlichen Ländern und Regionen dieser Welt. In unserer Reihe „Andere Länder, andere Küchen“ werfen wir in diesem Beitrag einen Blick hinter die Kulissen von drei Ländern.

 

England

Eingeführt im 14. Jahrhundert vom englischen Landadel und in der viktorianischen Ära mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert auch in der Arbeiterklasse etabliert, ist das Full English Breakfast wohl eine der bekanntesten Frühstücksvarianten.

Ursprünglich diente die deftige und kalorienreiche Mahlzeit dazu, hart arbeitende Arbeiter für den Tag zu stärken. Heute wird es häufig als Wochenendgenuss in der Gesellschaft von Familie und Freunden gesehen, wo man sich etwas gönnen kann.

Ein Teller mit Spiegeleiern, Würstchen, Pilzen, Tomaten und Bohnen.

Ein typisch Full English Breakfast. Foto von Ajeet Panesar auf Unsplash

Typische Bestandteile:
  • Eier in verschiedenen Zubereitungsarten wie Spiegeleier oder Rührei
  • Bohnen
  • Würstchen
  • Speck
  • Gemüse wie Tomaten
  • Pilze
  • Toast
  • Haferflocken
  • Müsli

Die ursprünglichen Zutaten für ein englisches Frühstück bestanden vor allem aus Speck, Würstchen, Eiern, Brot und Butter. Im Laufe der Jahre kamen auch immer mehr Einflüsse aus anderen Esskulturen dazu, wie Baked Beans aus den USA, Champignons und Blutwurst.

Zum British Breakfast wird traditionell schwarzer Tee getrunken, doch auch Kaffee gewinnt immer mehr an Beliebtheit sowie Orangensaft für das Extra an Vitaminen.

 

Ägypten

Wer dachte, dass in England ein herzhaftes Frühstück bevorzugt wird, der hat noch nicht in Ägypten gefrühstückt. Die ägyptische Küche zählt zu den ältesten der Welt und überzeugt durch ihre würzige Vielfalt mit herzhaften Gerichten.

In Ägypten gilt das Frühstück als soziales Ritual, bei dem Familien und Freunde gemeinsam essen, Geschichten austauschen und den Tag beginnen. Viele Haushalte servieren Frühstück in kommunaler Form, also als geteilte Schalen und Platten, aus denen sich alle bedienen. Der Fokus liegt auf Energie und langanhaltender Sättigung – wichtig für lange Arbeitstage und das Leben in einem meist warmen Klima.

Ein Teller mit Falafel auf einem Salat.

Falafel gehören zu einem üblichen Frühstück in Ägypten. Foto von Burak B auf Unsplash

Typische Bestandteile:
  • Ful Medames (Bohnenpüree)
  • Taʿmeya (ägyptisches Falafel)
  • Aish Baladi (traditionelles Fladenbrot)
  • Eier als Omelett oder gekocht
  • Unterschiedliche Käsesorten wie weißer Käse
  • Gemüse wie Gurken und Tomaten

Als Erweiterungen können auch Pommes, Marmelade, Dattelgebäck und eingelegtes oder frittiertes Gemüse dazu gezählt werden.

Zum ägyptischen Frühstück darf schwarzer Tee nicht fehlen: Einige trinken ihn morgens mit Milch, andere mit Minze.

Viele der Gerichte werden auch über den Tag zu anderen Zeiten wie Mittag oder als Snack zwischendurch gegessen.

Je nach Region können das ägyptische Frühstück sowie auch andere Mahlzeiten variieren. Im Norden entlang der Mittelmeerküste, besonders in Alexandria, dominieren Fischgerichte und mediterrane Einflüsse aus anderen Mittelmeerländern. In Oberägypten entlang des Nils, wie etwa in Luxor und Assuan, sind die Speisen würziger und von Traditionen Nubiens geprägt. Eine Mischung aus ägyptischer und internationaler Küche gibt es entlang des Roten Meeres, wo es vermehrt Meeresfrüchte gibt.

 

China

Das Frühstück in China ist anders als die beiden bereits vorgestellten Varianten und fokussiert sich häufig auf deftige und wärmere Speisen. Dennoch wird selten an einem Tisch in geselliger Runde gefrühstückt, da die arbeitende Bevölkerung für ein ruhiges Frühstück meistens keine Zeit hat. Vielmehr wird das Frühstück in den verschiedenen Formen am Straßenrand oder in kleinen Geschäften gekauft und verzehrt. Die To-go-Kultur ist demnach stark verankert.

Boazi in einer Schüssel.

Die gedämpften Brötchen gibt es in China mit unterschiedlichen Füllungen. Foto von krzhck auf Unsplash

Typische Bestandteile:
  • Congee (Reisbrei)
  • Baozi (gedämpfte Brötchen mit Füllung)
  • You Tiao (frittierte Teigstangen)
  • Reisnudeln
  • Jianbing (herzhafter Crêpe)
  • Miancha (Porridge aus Hirse und Reismehl)
  • Ölpfannkuchen mit Schalotten
  • Youttiao (frittierte Teigstäbchen)
  • Wontons

Zum chinesischen Frühstück wird häufig Tee oder Brühe getrunken und nur sehr wenig Kaffee.

Die regionalen Unterschiede sind in China deutlich ausgeprägt. Typisch für ein Frühstück im Norden Chinas sind herzhafte, deftige Speisen aus Weizen, die Energie für körperlich fördernde Arbeit liefern. Die Speisen sind fettiger als im Süden und werden mit salzigem Gemüse und Spiegelei serviert.

Im Süden sind die morgendlichen Mahlzeiten leichter, weicher und auch milder im Geschmack. Charakteristisch werden die Speisen aus Reis hergestellt, die häufig gedämpft zubereitet werden und in warmen, flüssigen Suppen serviert werden.

In westlichen Regionen wie Sichuan oder Chongqing wird es morgens gerne mal würziger und intensiver. Dort werden kräftige Brühen mit einem Fleischanteil serviert, die besonders aromatisch und scharf sind.

 

Andere Länder, anderes Frühstück

Ob herzhaft, warm, leicht oder reichhaltig – das Frühstück ist weltweit so vielfältig wie die Kulturen selbst. Während in Deutschland ein ausgewogenes, vitaminreiches Frühstück für einen energiereichen Start in den Tag geschätzt wird, zeigen England, Ägypten und China eindrucksvoll, wie unterschiedlich ein Morgenritual aussehen kann. Vom traditionellen Full English Breakfast über das gemeinschaftliche, würzige ägyptische Frühstück bis hin zu den schnellen, warmen Speisen der chinesischen Straßenküchen: Jede Region hat ihre ganz eigenen Gewohnheiten, Zutaten und Traditionen, die nicht nur den Geschmack, sondern auch den Lebensrhythmus widerspiegeln.

So unterschiedlich die Speisen auch sind, eines haben alle Frühstückskulturen gemeinsam: Sie prägen den Tagesbeginn und bieten einen Moment des Genusses – sei es allein, in geselliger Runde oder unterwegs. Und vielleicht zeigt uns dieser Blick über den Tellerrand, dass es sich lohnt, immer wieder Neues auszuprobieren und die Vielfalt der Welt auch auf dem Frühstückstisch zu entdecken.